the installation CHRONOTOPE (2003) is a modern interpretation of the work of caspar david friedrich (1774-1840), a prominent landscape painter in german romanticism. he often painted figures standing with their back to the viewer, engrossed in the vast landscape which lies before both. dominique steiner placed a number of people in a similar position and had them stare at a series of contemporary landscapes. that invites the spectator to engage in the same reflection as on seeing a friedrich painting: what are these persons thinking? what are they looking at? what would their face tell? this brings us into the same position as the persons we are looking at, and we become one with their meditation. we become engrossed in the installation, thereby stepping into another time and place.

dominique steiner (germany, b. 1977) completed her studies in photography at the academy of applied arts in dortmund in 2003. CHRONOTOPE was her graduation project.

LINKS:
www.noorderlicht.com
www.schaden.com

 

 

 

 

 

 

die video-rauminstallation CHRONOTOPE befasst sich mit der wahrnehmung von zeit und raum. als moderne anlehnung an gemälde von caspar david friedrich (1774-1840) sieht man auf projektionswänden räckenfiguren in 'bewegten videostandbildern'. mit diesem ungewohnten beinahe-stillstand werden zeitnischen etabliert, die das empfinden von zeit sowie die bedeutung von erinnerung, erwartung und wahrnehmung der gegenwart anhand unterschiedlicher orte und darin auftretender, menschlicher rollenträger veranschaulichen. diese rückenfiguren dienen gleichsam als projektionsflächen für den betrachter 2.ordnung. der blick in ihr gesicht bleibt verwehrt. sie sind vollends auf ihre umgebung konzentriert, innehaltend, wartend, worauf?

CHRONOTOPE - räume des momentanen, herausgelöst aus dem davor und dem danach. ein ungewohnter stillstand. ein künstlich verlängertes 3-sekunden-gegen-wartsfenster. der raum, der sich vor mir öffnet: real? der gedankenraum, der sich in mir bildet: eine erinnerung? ein gefühl? ein vager wunsch? was mache ich in diesem zeit-raum? was macht das ich im hier?

das jenseits der zeit betrachten können.

"weder die zukunft noch die vergangenhet ist, und nicht eigentlich lässt sich sagen: zeiten sind drei: vergangenheit, gegenwart und zukunft; vielmehr sollte man genaugenommen etwa sagen: zeiten sind drei: gegenwart von vergangenem, nämlich erinnerung; gegenwart von gegenwärtigem, nämlich augenschein; gegenwart von künftigem, nämlich erwartung."
(augustinus)